Erneut zu Gast bei Saint Gobain in Stolberg

von Annelinde Oswald

Im Rahmen des deutsch-französischen Entdeckungstages trotzten die Schüler
und Schülerinnen des Grundkurses Französisch der Q1 dem Schneegestöber
und den widrigen Straßenverhältnissen und machten sich am Mittwoch, den
30. Januar 2019, zu einem Besuch bei Saint – Gobain in Stolberg auf.

Zunächst stellten ihnen zwei Auszubildende im kaufmännischen Bereich, die
im Rahmen einer Projektarbeit für die Informationsarbeit über die verschie-
denen Ausbildungsberufe bei Saint- Gobain zuständig sind, das Unternehmen vor, das es schon seit dem 17. Jahrhundert gibt. Ebenso gaben sie interes-
sante Einblicke in die verschiedenen Berufsfelder : z.B. Industriekaufmann/ Verfahrensmechaniker/Fachinformatiker oder auch ein duales Studium der Betriebswirtschaft. Sie machten die Schüler/innen auch darauf aufmerksam, dass Saint Gobain inzwischen auch bei Instagram zu finden ist und dort auf
eine große Anzahl von Followern hofft.

Zunächst ging die Gruppe, ausgestattet mit der erforderlichen Sicherheits-
kleidung, mit Herrn Lövenich in die Werkshallen, wo er den Jugendlichen kurzweilig und mit großer Begeisterung den Entstehungsprozess von Glas erklärte, das zur Herstellung von Windschutzscheiben oder Spiegeln gebraucht wird.

Die Schüler/innen erfuhren u.a. von einer „genialen Idee“ (so Herr Lövenich): Das flüssige Glas fließt in ein Bad aus flüssigem Zinn, schwimmt auf dem Zinnbad und erhält so seine glatte Oberfläche. Durch ein Fenster konnten alle beobachten, wie das flüssige Glas vom Zinnbad abgehoben wird.

Des Weiteren erklärte Herr Lövenich die verschiedenen Stationen der Quali-
tätskontrolle, die einen wesentlichen Bestandteil der Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens ausmachen.

Zum Abschluss machte Herr Lövenich noch einen interessanten Abstecher in
die Geschichte der Glasherstellung in Deutschland.

Murano bei Venedig verlor im 17. Jhrh. seine Monopolstellung in Europa, als Ludwig der XIV. Spiegel für sein Schloss in Versailles brauchte und ihm der Im-
port des italienischen Glases zu teuer war. Sein Staatsminister Colbert hatte
die Idee, unzufriedene Arbeiter aus den Glasmanufakturen in Murano abzu-
werben, was eine abenteuerliche Angelegenheit war, da auf Verrat des Be-
triebsgeheimnisses die Todesstrafe stand. Aber es gelang, und so konnte der Sonnenkönig seinen Spiegelsaal in Versailles mit preiswerterem Glas ausstat-
ten und einer europäischen Glasherstellung stand nichts mehr im Wege.

Die Schüler/innen konnten so einen Aspekt des deutsch-französischen Tages nachvollziehen, nämlich Einblicke in die Arbeitswelt erhalten und die deutsch- französischen Beziehungen als Motor Europas praxisnah erleben.

Auch in der Schule selbst fanden anlässlich des deutsch-französischen Ent-
deckungstages weitere Aktionen statt, die dem Fach Französisch eine über die Schule hinausgehende Bedeutung geben: ein Internetteamwettbewerb der Jahrgangsstufe 6 und ein Kuchenverkauf, dessen Erlös dem jährlichen Aus-
tausch mit Montpellier zufließt.